Gewinner GENERATION-D 2019

Kurzinterview: Mit Hakan Houssein von evermood (vormals Lytt)

Liebes evermood  – Team, stellt euch doch einmal kurz vor – was genau macht ihr?

Unser Team besteht im innersten Kern aus Lara und Marvin, beide haben zusammen studiert und hatten die Idee ein digitales Tool zu entwickeln, was Mitarbeitern dabei hilft sensible Themen während der Arbeit zu kommunizieren (Diskriminierung, Mobbing, sexuelle Belästigung). Lange Zeit gab es nichts, was bei diesen Themen eine entsprechende Unterstützung anbot oder die Kommunikation einfacher gestaltete – bis die App Lytt im Februar 2019 online ging. Über die App erhalten alle Mitarbeiter einer Organisation externe oder auch interne Beratung und Unterstützung bei oben genannten Problemen bei einer gleichzeitig niedrigen Hemmschwelle. (Lytt ist nun Teil von evermood, der neuen Mutterplattform; Anm. der Redaktion)

Wie kamt ihr zu eurer Idee und wie hat euch die Teilnahme bei GENERATION-D geholfen, euer Ziel zu erreichen?

Marvin arbeitete 2018 in einer Unternehmensberatung und hat dort für Unternehmen Compliance-Vorschriften mitbearbeitet und mitaufgesetzt. Dabei stellte er fest, dass es keinen wirklichen Meldeweg gibt, der Mitarbeitende direkt oder mit einer niedrigen Hemmschwelle abholt. Gleichzeitig hatte Lara im Rahmen eines Praktikums sexuelle Belästigung erlebt und dabei festgestellt, dass ihr die Werkzeuge gefehlt haben mit der Situation richtig umzugehen. Beide waren damals schon Studienfreunde und haben zusammen die Idee entwickelt, ein digitales Tool zur Hilfe bei solchen Themen aufzusetzen.

GENERATION-D hat uns die Möglichkeit geboten unsere Idee einem jungen Publikum vorzustellen, es hat uns eine Plattform geboten, um mehr Leute zu erreichen und unsere Message zu verbreiten und letztlich hat auch das Preisgeld geholfen unser Projekt weiter fortzuführen.

Was hat sich seit eurer Teilnahme bei GENERATION-D getan, also wie ging es danach für euch weiter?

Im Juli 2019 sind wir Teil der DB Mindbox geworden, ein Projekt der Deutschen Bahn, in dem verschiedene Start-Ups miteinander daran arbeiten digitale Lösungen für die DB zu finden. Dabei haben wir ein Pilotprojekt mit der DB gestartet, um zu schauen, inwiefern das Tool den Mitarbeitern wirklich hilft, mit dem Hintergrund, dass diese oft Stresssituationen ausgesetzt sind.

Dabei konnten wir viel mitnehmen und das Produkt dementsprechend direkt am Kunden weiterentwickeln. Am Ende der Mindbox-Phase sind wir dann im Oktober 2019 in Berlin in die ersten eigenen Büroräumlichkeiten gezogen, nachdem wir zuvor in Münster und Bielefeld gearbeitet hatten. Worüber wir uns sehr gefreut haben, war die Auszeichnung mit dem ersten Preis im innovativen Konfliktmanagement durch das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz Ende 2019. Dabei wurde geschaut, welche Startups zeitgemäße Tools für Konfliktmanagement bieten. Im gleichen Monat wurden wir für den Beautiful Software Award in der Kategorie ‚naturally diverse‘ nominiert. Hier lag  das Augenmerk auf Startups und Jungunternehmen, die Diversität verkörpern und die Themen Inklusion und Diversität in Unternehmen behandeln. Im Dezember 2019 haben wir eine Weiterentwicklung des Produkts angestoßen, vom reinen Meldeweg der Lytt-App zu einer digitalen Gesundheitsplattform: Lytt wird Teil des Unternehmens evermood, welches von uns gegründet wurde.

Was sind eure Visionen für die Zukunft, wo soll es hingehen?

Durch das Rebranding wollen wir im Bereich Mitarbeitergesundheit explizit stärker weiterarbeiten. Da Themen wie Stressmanagement, Resilienz und gesunde Führung zentral für Unternehmen sind, finden wir es wichtig, diese Themen ins Zentrum zu stellen und zu den Themen Diskriminierung, etc. hinzuzufügen. Wir wollen, dass Mitarbeiter durch Selbsttests ihr mentales Wohlbefinden herausfinden können, um Ihnen selbst, als auch Personalern und Führungskräften in anonymisierter Form einen besseren Einblick zu gewährleisten. Wir möchten mehr Artikel, Übungen, Habits und Mediationsübungen mithilfe von Experten bereitstellen. Ein konkretes Beispiel ist die psychische Gefährdungsbeurteilung: diese ist für jede Organisation verpflichtend durchzuführen, aber ein sehr hoher manueller Aufwand. Durch eine zukünftige Integration in evermood erhoffen wir uns eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und eine Vereinfachung der Arbeit. Es kommen jetzt viele neue Aufgaben auf uns zu, aber wir freuen uns auf diese spannende Phase.

Danke für das Interview und im Namen des gesamten GENERATION-D Teams weiterhin viel Erfolg!

( Interviewzeitpunkt Dezember 2019 )

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