Gewinner GENERATION-D 2019

Kurzinterview mit Waste Buddy

Liebes Waste Buddy-Team, stellt euch doch einmal kurz vor – was genau macht ihr?

Wir sind Waste Buddy aus München und entwickeln eine kompostierbare Bio-Mülltüte. Bisher bestehen die meisten Tüten aus Bio-Plastik, das in den Anlagen nicht abgebaut werden kann. Die Konsequenz ist, dass die Tüten, wenn sie nach einigen Wochen noch nicht verrottet sind, mitsamt dem Inhalt händisch aussortiert werden müssen und verbrannt werden. Das Problem lösen wir, indem wir sie durch eine spezielle Beschichtung kompostierbar machen. Die Mülltüten bleiben dabei trotzdem benutzerfreundlich für den Konsumenten und bieten den gleichen Komfort wie bei einer Plastiktüte. Das heißt: Man soll sie gut verschließen können, sie sollen nassfest sein und der Geruch soll gemindert werden.

Wie kamt ihr zu eurer Idee und wie hat euch die Teilnahme bei GENERATION-D geholfen, euer Ziel zu erreichen?

Auf die Idee kamen wir sozusagen durch das Problem selbst – Durch unsere eigenen Erfahrungen mit dem Biomüll in unserem WG-Leben haben wir angefangen über Mülltüten und Bioplastik zu recherchieren. So haben wir von dem Problem erfahren, dass Bioplastik nicht kompostierbar ist und haben dann gedacht, dass das nicht sein kann: Wofür sammelt man Biomüll, wenn das dann doch von Hand aussortiert wird? Dafür wollten wir eine Alternative finden.

Die Teilnahme bei GENERATION-D hat uns ein sehr großes Stück vorangebracht, vor allem durch das Netzwerk, dass wir dort gewonnen haben. So sind wir in den direkten Kontakt mit dem AWM (Abfallwirtschaftsbetrieb München) gekommen, mit dem wir in Zukunft wahrscheinlich kooperieren werden. Auch die Einladung auf den Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung nach Berlin war eine riesen Hilfe. Und generell hat uns die Unterstützung und das positive Feedback durch das GENERATION-D-Team sehr vorangebracht. Zusammenfassend war die Teilnahme einfach eine riesengroße Stütze, der Wettbewerb ist ein super Projekt, vor allem für junge Start-Ups die noch in einer frühen Gründungsphase sind!

Was hat sich seit eurer Teilnahme bei GENERATION-D getan, also wie ging es danach für euch weiter?

Wir haben in den letzten Monaten ein weiteres Teammitglied dazugewonnen, mit dem wir in Nord-Frankreich vielleicht in der Zukunft ein Dorf mit unseren Bio-Mülltüten bedienen werden. Wir arbeiten in dem Dorf mit einer politischen Partei zusammen, die das in ihr Konzept aufnehmen möchte. Natürlich haben wir auch an dem Projekt selbst weitergearbeitet, mit der Beschichtung befinden wir uns momentan in einem Patentierungsprozess. Dort sind wir ein großes Stück vorangekommen! Und der dritte Fortschritt ist die erwähnte Zusammenarbeit mit der AWM, die unsere Biomülltüten in nächster Zeit wahrscheinlich testen werden und mit denen wir dann eine Kooperation anstreben. Das sind unsere drei größten Fortschritte im letzten halben Jahr.

Was sind eure Visionen für die Zukunft, wo soll es hingehen?

Eine große Vision ist die Produktvariation: Mit dem Patent für die Beschichtung können wir das Modell gegebenenfalls nicht nur auf die Biomülltüte anwenden, sondern auch auf andere Verpackungen übertragen. Eine etwas andere Vision haben wir durch ein neues Teammitglied bekommen, dass Produktionswissenschaften studiert. Sein Ziel ist eine eigene Verwertungsanlage. Wenn wir einen Schritt weg von den Tüten gehen, haben wir die Idee, ob man nicht mithilfe einer künstlichen Intelligenz organischen von anorganischem Abfall unterscheiden könnte. Diese Unterscheidung ist momentan noch sehr schwierig, weil viele Dinge berücksichtigt werden müssen, aber in Zukunft sollte so etwas möglich sein und es wäre cool, so etwas dann auch mechanisch in einer Verwertungsanlage abbilden zu können – dann würde der ganze zyklische Recycling-Prozess viel besser funktionieren. Unser Fokus wird aber auch weiterhin auf unseren Bio-Mülltüten liegen!

Danke für das Interview und im Namen des gesamten GENERATION-D Teams weiterhin viel Erfolg!

( Interviewzeitpunkt Dezember 2019 )